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Juli 21, 2025 | Allgemein

Gebrauchtwerden statt Einsamkeit: Wie unsere Grannys der Altersdepression zuvorkommen!

von Jana, Düsseldorf

„Ich werde nicht mehr gebraucht …“

Viele ältere Menschen kennen das Gefühl: Die Kinder sind aus dem Haus, der Beruf ist beendet, der Alltag wird ruhiger und manchmal leider auch einsamer. Altersdepression ist ein Thema, das lange tabuisiert wurde, aber inzwischen zum Glück mehr Aufmerksamkeit bekommt. Die Ursachen sind vielfältig: Verlust von Lebenspartner:innen, schwindende körperliche Kraft, Krankheiten und Altersarmut. Aber auch ein Mangel an sozialen Kontakten und das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, können eine große Rolle spielen.

Doch es gibt Wege aktiv gegenzusteuern. Durch das Engagement als Leihomi oder Leihopi ermöglichen wir „unseren“ Senior:innen eine sinnvolle Tätigkeit und eine wertschätzende Gemeinschaft.

Wenn Gebrauchtwerden physisch und psychisch gesund hält.

Bei Granny Angels bringen wir Leihomas und Leihopas mit Familien zusammen, die Unterstützung bei der Kinderbetreuung suchen. Was auf den ersten Blick wie ein praktisches Betreuungsangebot klingt, ist noch viel mehr: ein generationenverbindendes Projekt, das der Unterstützung durch unsere Senior:innen echte Wertschätzung entgegen bringt und Familien echte Entlastung bringt.

Und wir wollten es genau wissen. Deswegen haben wir Ende 2024 unsere erste Umfrage unter unseren aktiven Grannys und Familien durchgeführt. Das Ergebnis macht uns Mut und zeigt uns, dass unsere Arbeit einen Unterschied macht.

Knapp 86 % der Grannys gaben an, dass sie sich durch ihr Engagement „am Puls der Zeit“ fühlen – sie erleben den Alltag junger Familien mit, hören neue Wörter, lernen aktuelle Kinderbücher kennen und verstehen, wie sich Erziehung heute gestaltet.

Rund 79 % sagten, dass sie durch den Kontakt mit den Kindern „auf Trab gehalten“ werden, sowohl körperlich, als auch geistig. Spielen, lachen, gemeinsam die Welt entdecken: Das hält fit!

Diese Zahlen sind für uns nicht nur Theorir, sondern tägliche Realität. Denn gebraucht zu werden gibt dem Leben Sinn. Es stärkt das Selbstwertgefühl, reduziert Einsamkeit und schützt nachweislich vor psychischen Erkrankungen, wie eben auch Altersdepression.

Wer gibt, bekommt auch etwas zurück!

Viele Grannys berichten, dass sie durch ihre Einsätze neue Energie schöpfen. „Die Kinder halten mich fit. Meine Rückenschmerzen merke ich gar nicht, wenn ich mit ihnen den Nachmittag verbinge.“, erzählt eine unserer Leihomis. Und die meisten schätzen den Austausch mit den jungen Eltern, sei es über Lebensfragen oder praktische Alltagstipps. So entsteht ein gegenseitiges Lernen und Verstehen zwischen den Generationen.

Weitere Projekte für aktive Senior:innen:

Neben Granny Angels gibt es zahlreiche andere Initiativen, in denen sich ältere Menschen sinnvoll einbringen können:

  • Kuchentratsch (www.kuchentratsch.com): In dieser wunderbaren Initiative backen Senior:innen in München (und per Versand deutschlandweit) Kuchen nach Omas Rezepten – für Cafés, Unternehmen oder Privatpersonen. Neben dem gemeinsamen Backen stehen hier Gemeinschaft und Wertschätzung im Mittelpunkt.

  • Omas for Future (www.omasforfuture.de): Eine Initiative von älteren Menschen, die sich für den Klima- und Umweltschutz einsetzen, weil auch die Enkel noch eine lebenswerte Zukunft verdienen.

  • Seniorpartner in School (www.seniorpartner-inschool.de): Hier unterstützen Senior:innen als Streitschlichter:innen und Gesprächspartner:innen Kinder und Jugendliche an Schulen.

  • Erzählcafés oder Lesepatenschaften: In vielen Städten gibt es mittlerweile Projekte, bei denen Senior:innen ihre Erfahrungen weitergeben oder Kindern regelmäßig vorlesen.

  • Mentoringprogramme: Senior:innen und Teenager treffen sich per Video oder persönlich, um Lebensfragen zu besprechen und Technikwissen auszutauschen. Die Jugendlichen helfen bei digitalen Geräten, Apps & Internet, während die Senior:innen mit Lebenserfahrung unterstützen.

Gemeinsam gegen Einsamkeit

Nicht jede Depression im Alter lässt sich durch Engagement allein verhindern. Das Gefühl, gebraucht zu werden, kann aber ein mächtiger Schutzfaktor sein. Wenn wir älteren Menschen zeigen, wie wichtig sie für unsere Gesellschaft sind, profitieren wir alle davon: mit mehr Zusammenhalt, mehr Verständnis und mehr Lebensfreude für jede und jeden.

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